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DECIDE: Kommunale Daten über die Grenze, mit Nachweis statt Schlüssel

Decide

Sechzehn Monate lang hat [ui!] im europäischen Pilotprojekt DECIDE gezeigt, wie eine deutsche Stadt lizenzierte Daten einer flämischen Behörde nutzen kann. Das Ergebnis läuft seit Juli 2026 als Prototyp und ist jetzt öffentlich dokumentiert, mit Video und Architektur unter decide.ui.city.

| Worum es geht

DECIDE ist einer der Piloten des Data Space for Smart and Sustainable Cities and Communities (DS4SSCC), dem europäischen Datenraum für Kommunen. Auf flämischer Seite veröffentlicht das Programm lblod der Agentur für Inneres (ABB) die Beschlüsse lokaler Behörden als Linked Open Data; die Stadt Gent liefert die Daten. Auf deutscher Seite vertritt [ui!] die Pilotstädte Freiburg und Bamberg und führt die beiden Anwendungsfälle: Zonen mit Verkehrsbeschränkungen auf der Karte und eine Suche in Beschlussdaten.

Die Kernfrage des Piloten: Kann eine Behörde in einem Land nachweisen, dass sie berechtigt ist, Daten einer Behörde in einem anderen Land zu nutzen, und zwar so, dass es sich auf weitere Städte übertragen lässt?

| Was [ui!] gebaut hat

Ein System, seit Juli 2026 in Produktion gegen die flämische Plattform, mit zwei Kernbausteinen:

Die DECIDE Dataspace App ist die Nutzerseite des Datenraums, eine vollständige Anwendung mit Katalog, Lizenzverwaltung und Abruf-Historie, zweisprachig für die Mitarbeitenden der Städte. Drei Dinge darin machen den Unterschied:

  • Finden und lizenzieren. Der Katalog zeigt die Datensätze mit Lizenz und Zugangsbedingungen, so wie der flämische DCAT-Katalog sie beschreibt.

  • Beweisen, bevor gekauft wird. Das Kauf-Gate verlangt beim Lizenzerwerb den Nachweis aus der Wallet und prüft Aussteller, Signatur und Lizenzstufe. Ohne gültiges Credential gibt es keine Lizenz.

  • Abrufen und nutzen. Der Data-Space-Connector holt den lizenzierten Datensatz live vom flämischen Endpunkt und protokolliert jeden Abruf mit Zeitstempel, Status und Umfang. Kartenansicht und Suche arbeiten direkt auf den abgerufenen Daten.

Der DECIDE Credential Issuer stellt den deutschen Städten ihre Berechtigung als Verifiable Credential aus, direkt in eine handelsübliche Smartphone-Wallet. Dasselbe Credential öffnet das Kauf-Gate in der App und den Login auf der flämischen Seite: Eine in Deutschland ausgestellte Berechtigung wird in Flandern anerkannt.

Beides zusammen ergibt die Vertrauensschleife des Piloten: Die Identität beweist die Lizenzstufe, die Datenebene nutzt sie. Wie die Teile im Detail zusammenspielen, zeigt die Architekturseite Block für Block.


| Warum das für Kommunen zählt

Mit der eIDAS-2.0-Verordnung kommen digitale Brieftaschen für alle Bürgerinnen und Bürger Europas; Data Governance Act und Data Act verlangen kontrollierten Datenaustausch über Organisationsgrenzen. DECIDE zeigt im Kleinen, wie beides zusammenpasst: Daten mit Lizenz, Berechtigung mit Nachweis, offene Standards an jeder Schnittstelle. Keine proprietäre Middleware. Eine neue Stadt braucht Credentials, einen Katalogeintrag und die dokumentierten Schnittstellen, mehr nicht.


| Ansehen

Im fünfminütigen Video führt Projektleiterin Lisa Brunzel durch die Live-Systeme. Die Architekturseite erklärt jeden Baustein und die sechs Schritte, die eine Stadt durchläuft: decide.ui.city

Partner: ABB Agentschap Binnenlands Bestuur (Lead), Stadt Gent, [ui!] Urban Software Institute, Stadt Freiburg, Stadt Bamberg, Hochschule Kehl, Universität Jena.

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